1 Einleitung

Auch für räumliche Gegenstände und Objekte ergibt es Sinn, auf ihre Beobachtungsabhängigkeit hinzuweisen. Wie also erschaffen Beobachtende Räume, indem sie diese mittels etablierter Beobachtungsroutinen figurieren und ihnen Bedeutungen und Sinn verleihen? Der dabei genutzte kulturgeografische Blick fragt, wie gesellschaftliche Prozesse der Bedeutungserzeugung und Sinngebung sich räumlicher Konstellationen bedienen und diese durch ihr Handeln zugleich verändern, gerade auch vor dem Hintergrund ungleicher Machtbeziehungen, die in der Gestaltung von Mensch-Umwelt-Verhältnissen sichtbar werden.

Fruchtbar ist die damit einhergehende Umstellung der Fragetechnik (von Was- zu Wie-Fragen) für räumliche Gegenstände deswegen, weil Raum bekanntlich eine Syntheseleistung ist (vgl. Löw 2001); ein Akt der Bündelung unterschiedlicher materieller Gegenstände, die sich in Distanz zueinander befinden und damit konkrete Lageverhältnisse etablieren. Darauf aufbauend können Räume klassifiziert und Ähnlichkeiten hinsichtlich ihrer raumbezogenen Ausstattung festgestellt werden.

Diese Praxis der Bündelung und Klassifikation ist Handwerk von Geografinnen und Geografen schlechthin: Sie haben gelernt, anhand eines Ausstattungskatalogs von Objekten Stadt von Land abzugrenzen oder unterschiedliche Typen von Städten oder ländlichen Orten aufgrund ihrer Funktion in der räumlichen Arbeitsteilung von Staaten zu klassifizieren. Disziplinäre Routinen und Diskurse sorgen dafür, dass die jeweiligen Ergebnisse transparent in der Disziplin verhandelt werden – und damit auch disziplinär kontrollierbar werden.

Nun aber sind raumbezogene Beobachtungen keine Beobachtungsweisen, die allein einem spezifischen Wissenschaftssystem vorbehalten sind. Gerade ihre Einfachheit wie Effizienz (wie etwa die Wirksamkeit der Hier/dort-Unterscheidung) machen sie zu gängigen Beobachtungsroutinen insbesondere auch des Alltags. Das führt zu einer Art Proliferation raumbezogener Beobachtungen, die sich den Kontrollbemühungen einer Disziplin entziehen.

Dieses Moment der Öffnung und Pluralisierung raumbezogener Beobachtungen (mit Blick auf andere Wissenschaften als spatial turn tituliert) interessiert in diesem Beitrag, weil es dazu führt, dass man mit der Gleichzeitigkeit unterschiedlicher, oft auch widersprüchlicher Praktiken der Beobachtung (und ihrer Ergebnisse) zu rechnen hat – was man gut an aktuellen Beiträgen zu Ländlichkeit sieht. „Ländlichkeit“ oder das „Ländliche“ (ich differenziere beides nachfolgend begrifflich nicht weiter) sind ja, ebenso wie „Stadt“, Beobachtungsresultate, die vor allem im Alltag multiple Verwendung finden und dort ihre spezifische Funktionalität entfalten: Wer von uns würde nicht seine Identitäten, insbesondere aber die Identitäten anderer Personen, auch (oder gar: insbesondere?) anhand der Unterscheidung von Stadt und Land kommunizieren und damit auf eine raumbezogene Identitätsbildung abzielen? Wenige raumbezogene Unterscheidungen sind eingängiger als die zwischen Stadt und Land. Und dies ist nicht zuletzt deshalb der Fall, weil wir alle etwas dazu sagen können; schließlich kommt man ja selbst aus städtischen oder ländlichen Orten und Regionen und kann sich ein eigenes Urteil bilden.

Nach diesen Vorbemerkungen kann ich nun zur Hauptfrage des vorliegenden Beitrags kommen: Wie figurieren unterschiedliche Beobachtende räumliche Objekte und welche Konsequenzen hat diese Uneinheitlichkeit von Raumformen für die Gesellschaft, insbesondere auch für eine raumsensible Bildung?

Ich werde diese Frage zunächst mit übergeordneten Bemerkungen zum Verständnis von Raum beginnen. Danach werde ich, aufbauend auf diesem Verständnis, das Konzept der Ländlichkeit vorstellen und schauen, wie ländliche Räume in unterschiedlichen Akteurskonstellationen „produziert“ werden. Aus diesen Ergebnissen wird eine nicht zu hintergehende Uneinheitlichkeit von Ländlichkeit abgeleitet. Stattdessen schlage ich vor, auch Raum und raumbezogene Begriffe (wie eben Ländlichkeit) als Ergebnis konkreter gesellschaftlicher Operationen (oder Praktiken) zu verstehen. Ein ähnliches Argument wird für die Unterscheidung von Ort und Region herangezogen (insbesondere vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Skalierbarkeit), um dann in einem letzten Abschnitt abschließende Bemerkungen zum Stellenwert von raumbezogenen (insbesondere lokalen und regionalen) Identitäten zu machen.

2 Raum

Die Diskussion um „Raum“ in der Geografie hat, bei allen Unterschieden im Einzelnen, eine Einigung insofern erzielt, als der gesellschaftlich relevante Raum ein in letzter Konsequenz hergestellter Raum ist. Mit dem Verweis auf Herstellung wird ausgedrückt, dass Raum ein Produkt von vor allem zielgerichteten Aktivitäten menschlicher Kollektive ist. Damit wird nicht bestritten, dass es eine Räumlichkeit in Form der Erstreckung von Dingen und Objekten gibt, etwa als räumliche Erstreckung von Kontinenten, das Vorhandensein von Flüssen, Meeren, Ebenen oder Bergen. Diese gibt die Bühne für die Aktivitäten her, die den hergestellten Raum hervorbringen: „The spatial organization of human society is an evolving product of human action, a form of social construction arising within the physical frame of ubiquitous, contextual space“ (Soja 1980, S. 210). Mit dem Verweis auf Herstellung wird ausgedrückt, dass die vor allem materiellen Objekte, die unser Dasein bestimmen, durch menschliches Tun in eine räumliche Figuration zueinander gebracht werden und damit die sozialräumliche Umwelt formen, vor der sich unser Leben abspielt. Deutlich wird dies an der ländlichen Kulturlandschaft, die trotz aller Naturnähe das Resultat menschlicher Interventionen und somit das Ergebnis materialisierter Kulturleistungen von Menschen ist.

Schaut man nun auf Raum differenzierter in seinen empirischen Relevanzen für menschliche Handlungen und Kommunikation, dann spielt dieser aber noch auf einer zweiten Ebene eine zentrale Rolle, insbesondere nämlich im Hinblick auf raumbezogene Images und Raumbilder, die häufig emotional aufgeladen sind (wie etwa bei der positiv konnotierten Heimat). Raum wird Thema gesellschaftlicher Kommunikation (vgl. Klüter 1986; Redepenning 2006). Dies führt zu einer Verdopplung von Raum, die im Folgenden genauer beschrieben wird – und zwar unter der Prämisse, dass a) beide Formen in Wechselwirkung miteinander stehen, ihre Trennung also eine vornehmlich analytische ist, und dass b) jede Analyse die beiden Raumformen als gleichwertig betrachten sollte (vgl. nur Jones & Woods 2013).

Das erste Raumverständnis fokussiert Materielles und dockt an einem alltäglichen Verständnis von Raum an: Raum als Resultat der Anordnung von materiellen Objekten. Objekte, die unterschiedliche Qualitäten aufweisen können (Häuser, Straßen, Grünflächen, Autos, Fahrräder, Bänke, Dorfkerne, Wanderwege etc.), nehmen unterschiedliche Stellen ein und erzeugen in ihrer Gesamtheit Objektensembles (vgl. hierzu den Raumbegriff bei Luhmann 1999 sowie allgemein Werlen 1995). Es sind diese Objektensembles, die immer auch Atmosphären entstehen lassen, die jedem Raum eine Einzigartigkeit verleihen, auch wenn die inneren Differenzen mal größer oder kleiner ausfallen (im letzten Fall sei an die Austauschbarkeit vieler Innenstädte erinnert). Diese Objektensembles und die Unterschiede zwischen einzelnen Objektensembles zeichnen zugleich Nutzungsmöglichkeiten vor (etwa die Unterschiede zwischen innerstädtischen Hauptgeschäftsbereichen und Grünflächen) und wirken erwartungs­stabilisierend: Man weiß ziemlich genau, was wo gemacht werden kann und was wo nicht.

Das zweite Raumverständnis nimmt nun die in der Gesellschaft kommunizierten Raumbilder, Images oder Raumsemantiken in den Fokus (ich verwende nachfolgend nur den Begriff der Raumsemantiken). Dieses Raumverständnis sensibilisiert für die zahlreichen Bedeutungen, die die Gesellschaft Räumen nach dem ersten Raumverständnis zuschreibt und sie dabei komplexitätsreduzierend darstellt, sodass „man relativ situationsunabhängig eine Ahnung und Vorstellung von den Inhalten“ (Redepenning & Wilhelm 2014, S. 319 f.) der jeweiligen Räume und Orte hat. Raumsemantiken erst geben dem Raum materieller Objekte kommunikativ relevanten „Sinn“ und bereiten ihn für den Alltagsgebrauch auf. Auch sie kalibrieren Erwartungen und lassen Nutzungsmöglichkeiten wahrscheinlich werden, nun aber nicht mehr durch die körperliche Erfahrung der eigenen Leiblichkeit mit dem Raum materieller Objekte, sondern als eben kommunikative Instrumente, um Orte komplexitätsreduzierend und kondensiert zu formen. Raumsemantiken von Städten wie Paris oder New York betreiben genau diese „Verdichtung“ des Ortes. Ich gehe ferner davon aus, dass Raumsemantiken durch ihre kommunikative Wirkmächtigkeit (sie können beliebig und niederschwellig wiederholt werden) besonders stark erwartungsbildend wirken.

Was mich vor diesem Hintergrund für die folgenden Ausführungen besonders interessiert, ist die Feststellung, dass Raum und Räumliches offensichtlich stark an Erwartungen und Erwartbarkeiten geknüpft sind und dies vor allem durch Raum­semantiken vermittelt wird. Dieser Umstand wird dann noch einmal wichtig, wenn es weiter unten um die Frage lokaler oder regionaler Identitäten geht.

3 Ländlichkeit

Mit der zuvor eingeführten Verdopplung von Raum kann man sich nun dem Begriff der Ländlichkeit nähern. Dabei wird man feststellen, dass sich der Zugang der Raum­semantiken als hilfreich erweist, denn er legt Aufmerksamkeit auf die einzelnen gesellschaftlichen Kompositions- oder Figurationsleistungen, indem bestimmte Elemente des Raums materieller Objekte komplexitätsreduzierend genutzt und für Kommunikation aufbereitet werden.

Keith Halfacree hat diese Kompositionsleistung in der Definition von Ländlichkeit betont: „To identify rurality is to identify the various things that make somewhere, someone, or something rural“ (Halfacree 2009, S. 449) – und hinzugefügt werden sollte, dass diese Leistung eben durch unterschiedliche gesellschaftliche Beobachtungen hervorgebracht wird. In einführenden Kursen mit Studierenden an der Universität Bamberg haben wir von 2017 bis in die Vor-Corona-Zeit eine knappe Abfrage („Welche Assoziationen verbinden Sie mit dem Stichwort ‚ländlich‘?“) gemacht, die zu folgenden, übrigens auch international ähnlichen Ergebnissen (siehe auch hierzu Halfacree 2009, Jones 199) geführt hat. Die insgesamt über 850 Einzelnennungen der Studierenden (ohne Differenzierung nach deren Herkunftsort) sind in sieben Kategorien überführt worden. Tabelle 1 zeigt das entsprechende Ergebnis.

Tabelle 1: Assoziationen zum Adjektiv „ländlich“ von Studierenden der Universität Bamberg

Kategorie

Anzahl Nennungen (abs.)

Anzahl Nennungen (in %)

Demografie

47

5,5

Freizeit/Tourismus

36

4,2

Infrastruktur

188

21,8

Landwirtschaft

149

17,3

Natur/Ruhe/Leere

261

30,3

Politik

11

1,3

sonstiges (außerhalb der Kategorien)

21

2,4

Tradition/Heimat/Kultur

149

17,3

Offensichtlich ist die Naturnähe und die damit verbundene Ruhe bzw. auch „Leere“ (was vor allem als fehlende Abwechslung bzw. einheitliche Nutzungsmuster gedeutet werden kann) dominierend. An zweiter Stelle kommt dieses Thema der Leere noch einmal vor, nun aber stärker negativ gewendet, nämlich als Fehlen von Einrichtungen der alltäglichen Versorgung, aber auch von sozialen Infrastrukturen. Emotionale und kulturelle Komponenten, die auf aktuell noch gelebte und bedeutsame kulturelle Eigenheiten („Tradition“), aber auch auf Identifikationspotenziale („Heimat“) verweisen, markieren die dritte Position. Einen ebenso hohen Anteil hat die Landwirtschaft, die mit der Forstwirtschaft ja wesentlich die materiellen Geografien ländlicher Regionen (etwa in Form von agrarisch genutztem Land, Wiesen, Feldern und Wald) prägt. Fasst man das zusammen, dann spiegeln diese kleinen Befragungen landläufige Vorstellungen zu Ländlichkeit wider (vgl. Halfacree 1993; Jones 1995). Und sie sind zugleich Ausdruck alltagsweltlicher raumbezogener Klassifikationen.

Stärker systematisch ausgerichtete Klassifikationen zur Einordnung und Bestimmung von Ländlichkeit finden sich im Umfeld einer sogenannten Ressortforschung für Planung und Politik, wie sie etwa durch das Thünen-Institut für ländliche Räume oder das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) durchgeführt werden. Dabei wird vor dem Hintergrund des Kontinuummodells von fließenden Übergängen zwischen Stadt und Land ausgegangen. Das Modell postuliert keine abrupten Übergänge zwischen Stadt und Land, sondern verweist auf eine weiche Transformation von städtischen und ländlichen Räumen. Unter der Prämisse dieses Modells wäre eine „reine“ oder „maximale“ Ländlichkeit (oder alternativ: eine „reine“ oder „maximale“ Urbanität) dann eher ein Sonderfall. Mischstrukturen zwischen Stadt und Land (auch: Zwischenstadt, Rurbanität) sind, gerade mit Blick auf die Bundesrepublik, wesentlich häufiger anzutreffen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Entwicklung der gesellschaftlichen Räumlichkeit auf Städte konzentriert und die damit verbundene Arbeitsplatzdichte eine erhöhte Mobilität (etwa: Arbeitspendeln zwischen ländlichen und urbanen Räumen) nach sich zieht. Beides trägt zu einer stärkeren Verflechtung städtischer und ländlicher Räume bei und bedingt neue räumliche Strukturen zwischen Stadt und Land.

Was sind nun aber die Elemente, die in der Ressortforschung Ländlichkeit ausmachen? Das Thünen-Institut für ländliche Räume etwa bildet einen Index der Ländlichkeit, der aus folgenden Eigenschaften komponiert wird:

  1. lockere Wohnbebauung (gemessen durch den Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern an allen Wohngebäuden),
  2. geringe Siedlungsdichte (Einwohner*innen pro km2 Siedlungs- und Verkehrs­fläche),
  3. hoher Anteil land- und forstwirtschaftlicher Fläche an der Gesamtfläche der Gemeinde,
  4. Randlage zu großen Zentren (hoher Zeitaufwand für Personen, um größere Zentren im In- und Ausland aufgrund der Distanz zu ihnen zu erreichen),
  5. geringe Einwohnerzahl im Umfeld (geringe Bevölkerungszahl pro km2 Fläche nicht nur in der betrachteten Gemeinde selbst, sondern auch in einen größeren Radius von 50 km).

Die bisherigen Ausführungen haben kurze Einblicke in ausgewählte Facetten der Herstellung von Ländlichkeit als spezifisches gesellschaftliches Raumverhältnis gegeben. Dies erweiternd soll in einem letzten Schritt eine Synthese vorgenommen werden, die nun versucht, drei Arten der Entwicklung von Ländlichkeit aufzuzeichnen und aktuell in der Gesellschaft (also sowohl in der wissenschaftlichen, politischen wie alltäglichen Kommunikation) beobachtbare Raumsemantiken zum Ländlichen grob zusammenzufassen und zu klassifizieren.

Ich wechsle also noch einmal die Systemreferenz und nehme grob die Gesamtheit der Systeme der Gesellschaft in den Blick. Das Ergebnis entstammt einem nun gut 15 Jahren währenden Literaturstudium zum Status, zu den Stärken und Schwächen, zu Problemen und Herausforderungen des Ländlichen (vgl. Redepenning 2010) und erweitert eine von Urbain (vgl. 2002) vorgeschlagene Klassifikation. Mit drei Elementen verfolgt sie weniger das Ziel, akkurat zu sein, sondern eingängig auch in Kontexten jenseits einer kulturgeografischen Perspektive. Im Ergebnis können so drei unterschiedliche Raumsemantiken vor allem zukünftiger Ländlichkeit in Deutschland herausgestellt werden:

Abbildungen

Abbildung 1: Drei Raumsemantiken ländlicher Zukünfte in der Bundesrepublik Deutschland (eigener Entwurf des Autors)

Erstens die bislang nur knapp angesprochene Raumsemantik des, wie ich es nennen möchte, handwerklich-ruhigen und ermöglichenden Ländlichen: Sie ist eine der Raumsemantiken, die insbesondere im massenmedialen Zeitschriftenmarkt dominiert und klassische Sehnsuchtsvorstellungen, die an ländliche Orte adressiert werden, kommuniziert. Hier wird die Abgeschiedenheit des Ländlichen in einer von voluntary simplicity geprägten Haltung zur positiv konnotierten Entschleunigung umdefiniert und aus dieser Konstellation, vor allem mit Vorhandensein von Breitbandinfrastrukturen, eine neue Attraktivität für Hinzuziehende abgeleitet. Es ist jene Raumsemantik, die an die Tradition der idyllischen Überhöhung des Ländlichen andockt und die, wie ihre Vorgänger, weniger von den Menschen vor Ort gepflegt wird, sondern von jenen, die gerne dort leben würden (vgl. nur Williams 1973; sowie Murdoch et al. 2003 unter dem Narrativ des Pastoralismus).

Zweitens kann eine Zukunft des Ländlichen als ein mehr und mehr profil- und identitätsloser Raum ausgemacht werden, in dem die typischen Inhalte, die Ländlichkeit kennzeichnen und konstituieren, ausradiert und überprägt werden. Es ist eine Raumsemantik, die sich in pessimistischer Grundhaltung auf die Misch- und Vermischungsbereiche des oben angesprochenen räumlichen Kontinuums zwischen Stadt und Land konzentriert und damit auf das nur schwer differenzierbare Auftreten von sowohl als ländlich wie als städtisch erachteten Elementen in Orten verweist (vgl. hierzu nüchtern Sieverts 2008). Diese Mischformen werden besonders im Phänomen der Suburbanisierung deutlich und als Ausbreitung der Verstädterung (vor allem bauliche Dimension) und Urbanisierung (kulturell-soziale Dimension einer bestimmten Lebensweise) gedeutet, also als eine von Städten ausgehende Entwicklung, die ländliche Eigenheiten verschluckt. Die Raumsemantik erkennt zwar die weitere Verstädterung des Ländlichen als Erfolg für die wirtschaftliche Prosperität der Orte an. Dieser Erfolg wird jedoch mit dem Verschwinden von als typisch erachteten ländlichen Elementen (meist baulicher Art, aber auch Lebensweisen) bezahlt, sodass eine diffuse Entwicklung hin zu profillosen ländlichen Orten stattfindet (daher ist ihr pessimistischer Tenor auch mit einer Verlustgeschichte gekoppelt).

Schließlich ist die Raumsemantik des abgekoppelten und zu vermeidenden Ländlichen zu erkennen, in der das Ländliche zu einem unbedeutenden räumlichen Nichts herabgesunken ist. Sie umfasst ein Ländliches, das von schrumpfenden oder gar sterbenden Dörfern gekennzeichnet ist, in denen die negativen Konsequenzen des Verlusts von Infrastrukturen, von Menschen und Humankapital sichtbar werden. Es sind Orte des gesellschaftlichen Nichts ohne Annehmlichkeiten, deren Abkopplung die Kluft zwischen prosperierenden und peripherisierten Orten erhöht. Die Vermeidung vollzieht sich doppelt: erstens als Ort, der wegen fehlender Annehmlichkeiten durch Menschen gemieden wird. Zweitens vermeidet die Politik mehr und mehr, sich auch zukünftig klar für eine grundlegende Förderung solcher Orte zu bekennen. Der Verlust von dörflicher Vitalität und multifunktionaler Landschaftsnutzung kann aber auch dazu führen, dass wirtschaftliche Bedeutsamkeit aus einer technisierten und technologisierten Landwirtschaft, in der der Mensch nur eine marginale Rolle spielt, erlangt wird (etwa im Sinne von Ernährungssicherheit).

4 Ort (place) und Region

Bevor ich in einem abschließenden Abschnitt auf die Bedeutung raumbezogener Identität zu sprechen komme, sind noch zwei Konzepte einzuführen, die die beiden oben eingeführten Raumverständnisse in recht unterschiedlicher Form „aktivieren“ und „nutzen“: Ort und Region.

Ihr zentraler Unterschied liegt in der räumlichen Maßstäblichkeit. So umfasst das Konzept des Ortes in der Regel einen eher kleinräumigen Ausschnitt, den sich Personen vor allem durch körperliche Erfahrung und damit eigener Leiblichkeit aneignen können (vgl. Relph 1976; Paasi 1991). Aus dieser direkten und oft auch zeitlich dauerhaften Aneignung haben sich spezifische Ortsqualitäten und Ortsbedeutungen für Menschen ergeben (der sogenannte sense of place), die sicherlich bei unterschiedlichen Personen unterschiedlich sein werden, jedoch auf einem gemeinsamen Fundament, nämlich dem Raum materieller Objekte, aufbauen können. Dieser sense of place kann als inkorporierte Raumsemantiken aufgefasst werden, die entsprechende Gefühle hervorrufen und, im positiven Fall, damit Heimat konstituieren. Ein solcher sense of place kann natürlich durch kollektive Akteure gerahmt, gefördert und beispielsweise für die strategische Ortsentwicklung (etwa im touristischen Marketing) entwickelt werden. Und natürlich kann diese inkorporierte Erfahrung, bei allen subjektiven oder gruppenspezifischen Unterschieden, auch zum politisch gewollten Aufbau von Identitäten genutzt werden (siehe unten).

Unter Region wird hingegen ein räumlicher Ausschnitt verstanden, der umfassender und großräumiger ist, sich aus kulturlandschaftlichen wie naturräumlichen Elementen speist und auch Verflechtungen von Stadt und Land beinhalten kann. Anders als beim Ort, der ja auf körperlichen Erfahrungen beruht, wird in der wissenschaftlichen Diskussion die diskursiv oder symbolisch konstruierte Region hervorgehoben (vgl. Paasi 1986). Denn bei einer Region ist es offensichtlich, dass man diesen Raum selbst kaum in Gänze kennen und erlebt haben kann. Vom Standpunkt eines handelnden Subjektes aus muss es mit Blick auf regionale Qualitäten oder Zusammenhänge also immer blinde und unbekannte Orte geben, und dies ganz im Sinne des ersten Verständnisses des Raumes materieller Objekte verstanden. Diese erfahrungsbezogenen „Lücken“ gibt es sicherlich auch bei größeren Orten, aber auf Ebene der Region (mit größerem räumlichen Umgriff geht weniger direkte und körperlich gemachte Erfahrung und damit auch Kenntnis der Region einher) ist dieser Umstand noch einmal deutlicher. Um dieses Defizit erfahrungsbezogener Kenntnis auszu­gleichen, ist die Region mehr als Orte auf eine durch Organisationen und Aktivitäten vollzogene Institutionalisierung angewiesen (vgl. Paasi 1986), um identifikatorische Leistungen anbieten und abrufen zu können (siehe unten). Die Produzierenden der Region sind öffentliche, private und zivilgesellschaftliche Institutionen (von den regionalen Verwaltungen über Schulen und Unternehmen bis zum Tourismusmarketing und Heimatvereinen. Ihre Aufgabe besteht darin, die Region im Bewusstsein zunächst der einheimischen Bevölkerung, dann aber auch im Bewusstsein der Bevölkerung außerhalb der Region zu verankern – und dies vor allem mittels entsprechender Raum­semantiken.

Diese kollektiven Formen der Institutionalisierung der Region (und ihre Vermittlung im Zuge der Sozialisation der Bevölkerung), die sich auch über längere Zeiträume nur graduell verändern, sorgen dafür, dass der Konstruktionscharakter von Regionen, einmal als historischer Fakt im Bewusstsein der Menschen verankert, weniger klar und offen liegt. Und weil viele ihrer Inhalte aus ebenso persistenten Natur- und Kulturlandschaftsbestandteilen gezogen werden, unterliegen gerade Regionen einer Naturalisierung, sodass sie als unhinterfragbar gegebenes Etwas erscheinen (vgl. Douglas 1991).

5 Identität

In den Diskussionen um Ländlichkeit und insbesondere die Entwicklung ländlicher Regionen spielt raumbezogene Identität eine durchgängig sichtbare Rolle. Aufbau, Entwicklung und/oder Stärkung raumbezogener Identitäten zielen auf die Aktivierung und die Steigerung des Engagements der örtlichen (lokalen) oder regionalen Bevölkerung ab. In einer nun fast 40 Jahre alten Diskussion um raumbezogene Identität werden drei zentrale Ziele dieser betont (vgl. Pohl 1993; Knieling 2003; Paasi 2009; Weichhart 2018):

  1. Raumbezogene Identität kann als Teilstrategie zur Stabilisierung gesellschaftlicher Kohäsion und der Vermeidung von Konflikten verstanden werden. Raumbezogene Identität ist dann ein nicht zu unterschätzendes Instrument zur Stärkung der Idee des Miteinanders und des Gemeinschaftlichen, von der Armin Nassehi spricht (vgl. 2021, S. 56 ff.), und zeigt sich insbesondere funktional und motivierend, wenn an das Mitmachen bei regionalen Gestaltungsprozessen gedacht wird: Je mehr man sich mit einer Lokalität oder Region identifiziert, desto eher ist die Bereitschaft gegeben, sich auch für diesen Raum zu engagieren.
  2. In einer leicht anderen, stärker politisch-emanzipatorischen Stoßrichtung wird raumbezogene Identität als Instrument zur Stimulierung und Förderung regionalen Selbstbehauptungswillens gesehen; damit wird automatisch Nähe zu den Anliegen von regionalistischen (oder lokalistischen) Bewegungen hergestellt.
  3. Vor allem in strukturschwachen Regionen, die multipel von Prozessen der Peripherisierung betroffen sind, kann der Aufbau und die Stärkung raumbezogener Identität als Heilmittel gegen regionale „Apathie“ und Hoffnungslosigkeit gesehen werden, die aus den Prozessen der Peripherisierung entstehen. Hier geht es weniger um Selbstbehauptung als vielmehr grundsätzlich um das Erlangen von Selbstbewusstsein und Vertrauen in einen eigenen Wert und die eigene Lebenswelt.

Auch raumbezogene Identitäten unterliegen Konstruktionsprozessen, die bestimmte Elemente so in eine Ordnung bringen, dass sie als „aus einem Guss“ erscheinen (dies beinhaltet auch die Erzeugung von Kausalitäten). Sie können dann von den Menschen vor dem Hintergrund der eigenen lokalen oder regionalen Erfahrungen und entsprechenden Erwartungshaltungen, die über funktionierende Institutionen und Organisationen vermittelt werden, als passend und kohärent angesehen werden. Damit ist auch klar, dass eine lokale oder gar regionale Identität nicht von heute auf morgen erschaffen werden kann. Sie ist als Resultat komplexer Prozesse zu sehen, bei der sich Vorschläge für die Konstitution regionaler Identität erst bewähren müssen (etwa durch Verankerung in lebensweltlichen Kontexten), um von der Bevölkerung als angemessen wahrgenommen zu werden.

Was sind nun die Zutaten für raumbezogene Identitäten? Allgemein gesprochen können hier Elemente genutzt werden, die durch die beiden oben eingeführten Raumformen oder Raumverständnisse abgedeckt werden. Dabei ist zu beachten, dass für eine raumbezogene Identität eine Übereinstimmung von Raumsemantiken und dem Raum materieller Objekte keineswegs gegeben sein muss. Wichtiger ist, dass die für eine raumbezogene Identität gewählten Elemente auf spezifische, in der Bevölkerung vorhandene Erwartungsstrukturen treffen und diese bedienen, ggf. auch verändern können (vgl. auch Paasi 1986, S. 124).

Zentral ist also der Prozess der Feststellung und der Vergewisserung über lokale oder regionale Besonderheiten (vgl. Clifford & King 1993), also Elemente, die als Exklusivitätsmerkmale eine Unterscheidbarkeit zu anderen Orten oder Regionen ermöglichen (Wright 1993, S. 37). Das müssen gerade nicht die „großen“ und nach außen vorzeigbaren Elemente hochkultureller Errungenschaften (Geburtsort herausragender Künstler*innen, städtebauliche oder architektonische Qualitäten etc.) sein. Vielmehr geht es insbesondere im Fall einer mit der Bevölkerung entwickelten Bottom-up-Identität (siehe unten) um jene kleinen, oft unauffälligen Dinge, die in den alltagsweltlichen Praktiken im Ort eine zentrale, oft aber unreflektierte Rolle spielen (Clifford & King 1993, S. 11), wie z. B.:

  1. Baustil und Architektur,
  2. Funktion des Ortes (planerisch), Politik (Politikstile und -kulturen) sowie Wirtschaft (Kreisläufe, Produktionsweisen, Handwerk),
  3. Personen/Schlüsselfiguren/Vereine,
  4. Sprache und Dialekt,
  5. Geschichte (Kultur, Mythen/Erinnerungen, Traditionen),
  6. Genuss und Konsum (kulinarische Besonderheiten).

Neben dieser inhaltlichen Ebene ist für raumbezogene Identität noch ein zweiter Prozess wichtig, der die formale Organisation dieser inhaltlichen Komponenten betrifft. Raumbezogene Identitäten müssen über die Zeit kommuniziert und „getragen“ werden, also einer auch raumsemantischen Kulturalisierung ihrer Inhalte (etwa in Form der narrativen Pflege dieser Inhalte) unterzogen werden, um die Brücke zwischen Vergangenheit (wie die Inhalte gewesen sind) und Zukunft (wie sie sein können oder sogar sein sollen) zu schließen und damit Lösungen für die Transformation des Gestern ins Morgen bereitzustellen.

Dazu sind zwei Wege denkbar: erstens eine Top-down-Variante raumbezogener Identität, die seitens etablierter gesellschaftlicher Systeme eine „gegebene“ raumbezogene Identität kommuniziert und diese als unhinterfragte raumbezogene Selbstvergewisserung entfaltet. Damit sind oft starre Formen der Identität verbunden, die Unveränderbarkeit in den Mittelpunkt stellen. Als Gegenprogramm lässt sich zweitens ein Bottom-up-Ansatz raumbezogener Identitäten vorstellen, der einen reflexiven Prozess zum Aufbau veränderbarer und permanent zu verhandelnder Identitäten in Gang setzt. Ziel dieses Ansatzes ist das Hinterfragen und die reflexive (Neu-)Verhandlung dessen, was eigentlich die zentralen Inhalte lokaler oder regionaler Identität sein können – und dies mit den am Ort lebenden Menschen.1

6 Fazit

Ländlichkeit, Ort und Region sind unterschiedliche raumbezogene Zugänge, um gesellschaftliche Komplexität zu ordnen. Gerade die neue Renaissance von Ländlichkeit ist auch ein Effekt des Wirkens zahlreicher Produzierender dieser Raumkategorie, sodass in empirischer Hinsicht sehr unterschiedliche Raumsemantiken von Ländlichkeit betont werden und zu einer konstitutiven Uneinheitlichkeit dieser Raumkategorie beitragen. Diese Uneinheitlichkeit offenzulegen, war Ziel des Aufsatzes. Man kann diese Uneinheitlichkeit bedauern, jedoch lässt sich nicht an ihrer empirischen Relevanz vorbeisehen. Die Uneinheitlichkeit wurde, so der Vorschlag, vor allem als Ergebnis raumsemantischer Bemühungen in Alltag, Massenmedien, Politik, Planung und Wissenschaft der Gesellschaft gedeutet.

Dies hat auch Konsequenzen für das Verständnis, aber auch für die Herstellung und Pflege raumbezogener Identitäten – sei es in ländlichen, sei es in städtischen Orten. Auch sie sind Ergebnisse raumsemantischer Prozesse, die lokale Besonderheiten so rahmen, dass Menschen sich angesprochen fühlen können, um sich für die Entwicklung konkreter Räume einzusetzen. Es ist gerade letzterer Prozess der Vergewisserung über die eigenen räumlichen Bezüge und über die je unterschiedlichen räumlichen Besonderheiten, den es lohnt, weiter auf Potenziale seiner Demokratisierung zu denken: Welcher Mehrwert wird erzeugt, wenn es gelingt, alle Menschen, deren Lebensumfeld ja unweigerlich durch Raum geprägt ist, anzusprechen und in der Herstellung konkreter raumbezogener Identitäten zu beteiligen? Wie kann raumbezogene Identität so vermittelt werden, dass sie als Instrument zum Dableiben in schrumpfenden ländlichen Regionen genutzt wird? Wie kann regionales Selbstbewusstsein kritisch in Bildungskontexten vermittelt werden, um gegen eine wachsende räumliche Apathie bei der Beteiligung in gesellschaftlichen Entscheidungen anzuarbeiten? All dies sind aus kulturgeografischer Sicht wichtige Herausforderung und auch mögliche Handlungsfelder für unterschiedlichste Bildungseinrichtungen der formalen und non-formalen sowie informellen Bildung, die mit Gewinn inter- und transdisziplinär angegangen werden können.

Literatur

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Autor

Marc Redepenning, Prof. Dr., Inhaber des Lehrstuhls Geographie I (Kulturgeographie, mit Schwerpunkten in der Sozial- und Bevölkerungsgeographie) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Review

Dieser Beitrag wurde nach der qualitativen Prüfung durch das Peer-Review und die Redaktionskonferenz am 25.08.2022 zur Veröffentlichung angenommen.

This article was accepted for publication following a qualitative peer review at the editorial meeting on the 25th August 2022.

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Wie dies genau aussehen kann und welche Inhalte sowie Reflexionen über Identität in peripheren ländlichen Räumen stattfinden, untersuchen wir aktuell in einem Teilprojekt zu lokaler Kultur und reflexiver Identität (LoKrI) innerhalb eines BMBF-geförderten Projektes zu Tradierung, Vergewisserung und Doing Identity (TraVI) and der Universität Bamberg (https://www.uni-bamberg.de/travi/).